Veröffentlicht am 1. September 2016 · in Immobilienrecht, IT- und Internetrecht

Beispiel: Pokemons
Gegenwärtig spielen viele Smartphone-Nutzer ein Spiel aus der Augmented Reality, und zwar Pokemon-Go. Beim Spiel kann der Nutzer virtuelle Monster fangen, trainieren und gegeneinander kämpfen lassen. Doch die Spieler müssen sich in Stadt und Land umherbewegen und somit Grundstücke betreten. Damit können Störungen entstehen, gerade auf Privatgrundstücken. Wie ist dies einzuschätzen?

Rechtliches Problem
Wer fremde Grundstücke betritt, seien es Privatgärten, Restaurants, Obstplantagen oder Fussballstadien, benötigt eine Erlaubnis. Diese kann sofort entzogen werden und geschähe einfach dadurch, indem der Berechtigte ein Hausverbot ausspricht. Würde jedoch beispielsweise der Eigentümer seines Vorgartens gegen die Ursache vorgehen wollen, müsste er sich an den Spielehersteller wenden, welcher in seinem Garten Monster platziert hat. Der Spielehersteller ist aus rechtlicher SIcht mittelbarer Störer. Insofern ist er haftbar, wenn eine Bagatellschwelle überschritten ist und ihm Prüfpflichten hinsichtlich von Störungen zumutbar sind.

Lösung des Spieleherstellers
Der Spielehersteller hat diese Probleme vorhergesehen und sich abgesichert. Der Nutzer stimmte vor Spielbeginn verschiedenen Warnhinweisen zur Kenntnisnahme zu, inbesondere hinsichtlich des Betretens fremder Grundstücke. Außerdem wurden vom Spielehersteller die Monster vorwiegend im öffentlichen Bereich platziert.
Außerdem wurde das „Notive-and-Take-down“-Prinzip angewendet: über eine Formularfläche können Eigentümer Beeinträchtigungen melden. Anschließend kann und muss der Spielehersteller reagieren.

Bei Fragen an der Schnittstelle von Immobilienrecht und IT-Recht sind Sie bei uns richtig. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen gerne an uns.

RA Philipp Klaus

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)